Red Sprites über Deutschland / Frankreich 

Fotografiert am 26.Juni 2022, 23:20 CEST von Germerswang/Fürstenfeldbruck

Th.Boeckel 



Kamera Position: Fürstenfeldbruck, Oberbayern auf ca. 285° West.

 Red Sprite über Deutschland /Frankreich (Region: Straßburg /Karlsruhe)

Entfernung des Red Sprite ca. 300 km ( +/- 30km)

Red Sprites über Deutschland und Frankreich 26_06_22 by Th. Boeckel

 Starke Gewitterzellen über dem duteschen Grenzgebiet zu Frankreich wurden etwa 300 km entfernt von Fürstenfeldbruck von Sat24 (s.unten) detektiert.

Nach ca. 5 Jahren Sprite Fototermine gelang es nun endlich die manchmal entstehnden 'Tentakeln'  bei diesem Phänomen abzulichten.

 Eine erstaunlich heftige Gewitterzelle tobte gleichzeitig über Basel, erzeugte aber nicht einen einzigen Red Sprite.

Red Sprites über Deutschland und Frankreich 26_06_22 by Th. Boeckel

Sony a7III, Sigma 50mm, f1.4, video capture 1/13 sec


VIDEO                VIDEO 2,   20 x sprite


weather Situation_26_06_22_ Sat24

Wetter Situation am 26.06.2022 um 00:35 CEST (Central European Summer Time)

Bildquelle Sat24, Mit freundlicher Genehmigung von Sat 24


Über Red Sprites (Rote Kobolde)

Die Erscheinung eines Red Sprites dauert von ~ 20 bis ~ 100 Millisekunden an, kann allerdings sehr hell sein und mit bloßem Auge in dunklen Gegenden gesichtet werden. Die Helligkeit bleibt jedoch um ein Vielfaches unter einer Blitzentladung. Zu deutsch 'Rote Kobolde' erscheinen durchschnittlich in einer Höhe von ca. 40 - 90 km von der Stratosphäre ( <50km) über die Mesosphäre bis in die Thermosphäre (>90km). Auch Sichtungen bis zu einer Höhe von 100 km in die Thermosphäre sind möglich. Das Höhenmaß eines einzelnen Sprites variiert von ~10 km bis zu ~60 km, die Breite kann möglicherweise 5 - 30 km erreichen. Einige 'Spritewände' oder 'Mehrfachsprites' können aber100km horizontal übertreffen.

Wie kommen diese seltenen Leuchterscheinungen zu diesem Namen, wann wurden sie entdeckt und wie entstehen diese?

Bis 1989 wurde die Existenz von Red Sprites generell abgestritten da nur Jetpiloten vereinzelt Sichtungen bekannt gaben. Hierbei ernteten sie eher missmutige und spöttische Reaktionen :-(. Somit wurden auch viele Sichtungen verschwiegen. Ab 1989 gelang es zwar Red Sprites zu fotografieren, aber aufgrund der noch nicht fortgeschrittenen Kameratechnik waren die Resultate wissenschaftlich nicht zu gebrauchen. 1991 gelang es den Astronauten der damaligen Space Shuttle Mission dieses Phänomen erstmals aus dem Weltraum gezielt fotografisch zu erfassen, wobei diese Aufnahmen auch als erste aussagekräftigen Beweise dienten. Daraufhin wurden mittels High-Tech gespickten Forschungsflugzeugen sehr kostenintensive Versuche von der NASA und NOAA unternommen, welche diese Erscheinungen weiter aufklären und bildlich festhalten sollten. Nachdem diese Bemühungen erst monatelang keine Ergebnisse lieferten und die Forscher buchstäblich an der Nase herumgeführt wurden, nannte man diese Entladungen schon fast boshaft 'Sprites' was zu deutsch 'Kobolde' bedeutet. Im weiteren Verlauf gelangen aber dann doch überragende Aufnahmen  mittels sensibler Hochgeschwindigkeit-Kameras.

brigens, eine endgültige plausible Erklärung über die Entstehung von Red Sprites hat man bis heute nicht, dafür gibt es aber unzählige Theorien. Eine Theorie erklärt das sich große energiereiche Gewitterzellen vor der Blitzentladung aufladen wobei eine (-e) Ladungsschicht über der Oberseite der Zelle entsteht. Der Verursacher ist immer ein heftiger positiver! Wolken-Bodenblitz welcher für Ladungsverschiebung (+) in den oberen Bereichen der Gewitterzelle sorgt. Die darüberliegende (-e) Ladungsschicht bleibt womöglich länger erhalten und steht nun der (+) geladenen oberen Ionospäre (>90km) als Gegenpol (-) gegenüber. Gewissermaßen ensteht kurzzeitig ein überdimensionales elektrostatisches Feld nach dem Prinzip eines Plattenkondensators welches den Überschlag den sog. Red Sprite erzeugt. Womöglich werden durch diesen ekektromagnetischen Impuls Stickstoffatome von der Stratospäre (<50km) bis zur Thermossphäre (>90km) ionisiert und durch Fluoreszenz zum Leuchten angeregt (Kaltplasma, Prinzip Leuchtstoffröhre oder Polarlicht).

Womöglich könnte die Leuchterscheinung mitunter durch die dort stets vorkommenden kosmischen Gammastrahlung verursacht oder unterstüzt werden. Die kosmische Gammastrahlung erzeugt vermutlich durch Kollision mit Ionen eine Kettenreaktion und somit eine hochenergetische Ionen-Elektronenwolke (-e) welche bis in die Thermossphäre (>90km) reicht, wobei die typischen und einzigartigen Spriteformen  in Erscheinung treten. Ein wissenschaftlicher Bericht in der Washington post erklärt einige Theorien.


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