Red Sprites (Rote Kobolde) 

Fotografiert im Juli-August-2017 in Maisach/Fürstenfeldbruck

Th.Boeckel 


      


 

Red Sprites 2107 by Th Boeckel

Composite Darstellung von zweier kurz aufeinander folgenden Sprite Events an der fast gleichen Position

 Sony a 6300, 4k, Sigma f1.4, 20mm, Iso 3200, exp 1/13 sec

Red Sprites 2107 by Th Boeckel

Movie

Red Sprites 2107 by Th Boeckel

Red Sprites 2107 by Th Boeckel

Dieser Sprite konnte mit bloßem Auge gesichtet werden


Die Erscheinung eines Red Sprites dauert weniger als 2/100 Sekunden, kann aber allerdings sehr hell sein und mit bloßem Auge gesichtet werden. Die Helligkeit bleibt jedoch um ein Vielfaches unter einer Blitzentladung. Zu deutsch 'Rote Kobolde' erscheinen durchschnittlich in einer Höhe von 60-80 km in der Mesosphäre. Auch Sichtungen bis zu einer Höhe von 90 km zum Rande der Ionosphäre sind möglich. Die Höhe des Sprites kann von 10 km bis zu 20 km variieren. Die Breite der Entladungen kann bis zu 40 km erreichen.

Wie kommen diese seltenen Leuchterscheinungen zu diesem Namen, wann wurden sie entdeckt und wie entstehen diese? Bis 1989 wurde die Existenz von Red Sprites generell abgestritten da nur Jetpiloten vereinzelt Sichtungen bekannt gaben. Hierbei ernteten sie eher missmutige und spöttische Reaktionen :-(. Somit wurden auch viele Sichtungen verschwiegen. Ab 1989 gelang es zwar Red Sprites zu fotografieren, aber aufgrund der noch nicht fortgeschrittenen Kameratechnik waren die Resultate wissenschaftlich nicht zu gebrauchen. 1991 gelang es den Astronauten der damaligen Space Shuttle Mission dieses Phänomen erstmals aus dem Weltraum gezielt fotografisch zu erfassen, wobei diese Aufnahmen auch als erste aussagekräftigen Beweise dienten. Daraufhin wurden mittels High-Tech gespickten Forschungsflugzeugen sehr kostenintensive Versuche von der NASA und NOAA unternommen, welche diese Erscheinungen weiter aufklären und bildlich festhalten sollten. Nachdem diese Bemühungen monatelang keine Ergebnisse lieferten und die Forscher buchstäblich an der Nase herumgeführt wurden, nannte man diese Entladungen schon fast boshaft 'Sprites' was zu deutsch 'Kobolde' bedeutet. Übrigens, eine plausible Erklärung über die Entstehung von Red Sprites hat man bis heute nicht, aber dafür gibt es unzählige Theorien. Wissenschaftlicher Bericht in der Washington post. Die gängigste Version erklärt, dass sich bei heftigen Gewitter größere Spannungsfelder über der Zelle aufbauen welche sich folglich durch Übersättigung nach oben selbst entladen. Die eigentliche Leuchterscheinung entsteht in der Mesosphäre durch Kollision von Elektronen mit der dort stets vorkommenden kosmischen Gammastrahlung.


Mehr über Red Sprites bei

  (Sprite link)

Weitere Sichtungen 2015-2017


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