Eine leuchtende Sensation 

Die Sonnenfinsternis am 31.Mai.2003

in english

Ringfinsternis in Island   

Partielle Sonnenfinsternis in Bayern


 

Die Photographien entstanden vom Gipfel des Roßsteins ( 1700m ) in Richtung  Tegernsee. Die beiden Zwillingsgipfel, der Roßstein und er Buchenstein liegen in den bayerischen Alpen zwischen dem Tegernsee und dem Isarwinkel.

Schon am Vorabend kam es hier oben zu einem nicht alltäglichen Ereignis. Es herrschte eine allgemeine Gewitterneigung, die sich jedoch im Laufe des Nachmittags in das 20 Km entfernte Karwendelgebiet verlagerte. Die Bewölkung um den Gipfel des Buchensteins hatte sich fast komplett verzogen und somit erschien uns eine Besteigung gefahrlos. Dennoch, kurz nachdem wir den Gipfel erreichten stellten sich unsere Haare so dermaßen auf, das uns sofort bewusst wurde in einem sehr starken elektrostatischem Feld gelandet zu sein. Wir spürten unmittelbar das Knistern in der Luft und hatten das Gefühl ein Blitzeinschlag stände kurz bevor. Das elektrische Feld hatte sogar die Kraft, Falkos Matte (50 cm) vollkommen abstehen zu lassen.  In Höchstgeschwindigkeit verließen wir den Gipfel. Es kam zwar nicht zu einer Blitzentladung, jedoch ist dies in den meisten Fällen die nicht ganz ungefährliche Folge. Blöderweise lag auch der Fotoapparat in der Hütte....

Der nächste Morgen

4:45 - 5:15; Das elektrisierende Erlebnis hinter uns gebracht widmeten wir uns am nächsten Tag dem Dämmerungslicht wobei man so das Gefühl hatte es bliebe scheinbar konstant, da mit dem näher kommenden Sonnenaufgang 5.17* / 5.22 die Sonnenscheibe zunehmend vom Mond bedeckt wurde. Die erste Hälfte dieser Sonnenfinsternis fand somit unter dem Horizont statt.

     5:17, vor dem Maximum

5.18 5.18
            

5.20                           5.21                              5.23     

 

    

 5.26                            5.30

Verursacht durch die grundnahen dichteren Dunstschichten (1 - 2 °) erschienen die Enden der schnell aufsteigenden Sonnensichel wie leuchtende Hörner eines Wikinger Helmes. Man könnte hier auch vom sog. Hägar Effekt sprechen. Beim Eintritt in die etwas transparenteren Schichten fingen die Sichel-Enden so grell an zu leuchten das uns bei diesem Antlitz der Sonne die Haare zum zweiten Mal zu Berge standen.

Nun gut, also von diesem luftigen Standpunkt aus hatte man den Vorteil ein wenig "unter" den Horizont (ein Grad) zu sehen. Durch diesen 'Trick' gelang es uns etwa 5 Minuten eher (5.17* / 5.22) den Sonnenaufgang als im Tal zu sehen. Somit erblickten wir die Sonnenfinsternis vor ihrem eigentlichen maximalen Bedeckungsgrad von 78%. (linkes oberes Bild). An der Bildfolge ist auch zu sehen, dass die wirklich spektakuläre Phase dieses Sonnenaufganges sich während den ersten sechs Minuten abspielte.

Ebenso hatte dieser Beobachtungspunkt eine Besonderheit, da genau bei Sonnenaufgang sich das Maximum bei einer horizontalen Sonnensichel symmetrisch einstellte.

Film: Fujicolor, ASA 400; Belichtungszeit 1/30 -1 sec; Equipment: Minolta x-700, Tamron 500mm, f: 5.6

Hinweis: Alle Photos wurden mit Hilfe des bekannten Filters Luftverschmutzung gemacht. Trotzdem, niemals ungeschützt in die Sonne schauen und schon gar nicht durch Fernrohre oder Teleobjektive!! Brennglaseffekt!!

Beide Photos: Der Panoramablick während der Finsternis in östliche Richtung.(5.40) Unten rechts das Gipfelkreuz des Buchensteins.

30.5: Der Blick zur Tegernseer Hütte die zwischen den Zwillingsgipfeln situiert ist.

Mit dabei zur richtigen Zeit am richtigen Ort, Thorsten Pusch und Falko Müller

Weitere Photos der Sonnenfinsternis bei  astronomie .de

 


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Partielle- und ringförmige Sonnenfinsternisse

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 © photos& text by  Thorsten Boeckel, last modification 18.3.2003