Stromboli

     November 2010  

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Die Tour

Avanti! Avanti, der Wetterbericht sagte bereits für die Nacht vom Sonntag auf Montag einen Wechsel bzw. die Ablöse der seit drei Tagen vorherrschenden trockenen Scirocco-Strömung um die Äolischen Inseln an. Somit war für die Beobachtung der eruptiven Ereignisse an der Kraterterrasse die klar angekündigte Nacht vom Samstag auf Sonntag die einzige Hoffnung. Gutgläubig und schnell entschlossen brachte uns dieser Kurztrip in die Tyrrhenischen See, und nach eineinhalb Jahren Pause endlich wieder an den Stromboli.

Stromboli Nov 2010   Stromboli Nov 2010

Die folgende und einzige Nacht war tatsächlich ungewöhnlich klar und fast windstill.

Hier bot sich uns tatsächlich wieder ein Umbau der Kraterterrasse. Der Ostbereich war nicht mehr ein dominierender 'Elefantenrücken' mit zwei trompetenartigen Austrittsöffnungen jedoch waren zu diesem Zeitpunkt die beiden aktiven Vents in ihrer gewohnten Position (April/Mai 2009). Der ganz östliche Austritt war während der ganzen Nacht im Abstand von etwa 20 Minuten aktiv und Schoß unter lauten knallen Lavafetzen und Schlacke bis zu 150 Meter in den Raum. Die westliche Seite war unterteilt in vier Röhren wobei zwei mäßig aktiv waren. Insgesamt zählten wir acht Rotglühende Röhren. Der am Wochenende zuvor von Marco Fulle beobachtete austretende Lavateppich in der Mitte der Terrasse war mittlerweile erkaltet :-(.

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Jedoch war eine Besonderheit zwischen den westlichen Vents zu beobachten. Eine bis zu fünf Meter hohe austretende Wasserstoffflamme welche bei gleichzeitigem Schlackeausstoß der benachbarten Röhren Blau-Violett in Erscheinung trat, erfreute die Gemüter. Bei angehender Dämmerung verschwand die Färbung und überraschender Weise war das Austrittsaerosol von einer eher rußigen Beschaffenheit.

Kurz gesagt, die Gesamtaktivität lief im Standartmodus ab, und nach eingehender Beobachtung dieser regulären Standardfunzeln ließ dieses auch den Zugang auf die untere westliche Kraterkante zu. Mal ein wenig Pep in die ganze Sache bringen.

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Im Abstand von etwa 30-40 Metern erhält man durchaus einen imposanteren und eindrucksvolleren Einblick in die westliche Röhrenkultur.

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Hier bekommt man das das so genannte Atmen des Vulkans hautnah mit. Kleinste Details bis zu Auswürfen von etwa 100 Metern belebten durch die unmittelbare Nähe Körper und Geist. Der sinkenden Vollmond im westlichen Hintergrund gab dem Naturschauspiel zudem noch die Konturen des Geländes, und mit zunehmender Dämmerung konnten weitere einmalige Lichtstimmungen auf Chip gebannt werden.

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Von der Seite hatten die acht Rotglühende Eruptionsröhren in der schwarzen Terrasse eher den Anschein, dass dies auch der Golfplatz vom Teufel sein könnte. (Der Höllenschurke wurde allerdings nicht gesichtet, vielleicht auch besser so!).

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Nach Tagesanbruch wurde von uns noch der Ostkrater ins Visier genommen. Hierbei wurden weitere eruptive Details eingefangen

Abschließend ist zu erwähnen und es war auffällig, dass trotz heftiger Eruptionen wie z.B. im Jahre 2007 die Grundgestaltung der Kraterterrasse immer wieder zurückfindet und die Lage der Eruptionsröhren annähernd an die gleichen Positionen treten. Dies deutet wohl auf sehr stabile Förderkanäle in der Tiefe des Vulkans hin, welche selbst durch starke Zwischeneruptionen nicht verändert bzw. zerstört werden können.

Hinweis!

Alle Krater können ohne Ankündigung über diese Position und auch über die höhere gelegene Beobachtungsposition (Pizzo) auswerfen und Sie lebensgefährlich verletzen. Betreten Sie niemals ohne einheimischen Bergführer die Gipfelregion des Strombolis.


Weitere Photos bei ALPE, M.Rietze

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© 2010 Photos & Text Th.Boeckel (tb), © 2010 Photos M.Rietze (mr), last modification 01.12.2010