Die ewige Flamme in der Tyrrhenischen See

Stromboli im Juni und Oktober 2000

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Cinema


         

Durch die gute Fernsicht konnten Christine Braunmüller und ich bereits von der Insel Lipari aus (45 km) die Rauchsäule über dem Vulkan sehen. Bevor wir die Insel mit dem Tragflächenboot erreichten vermuteten wir schon das die Intensität von Stromboli höher schien als der jährliche Durchschnitt. Und so war es auch! Während unseres Aufenthaltes lag die Anzahl der eruptiven Ereignisse bei ca. 150 -200 pro Tag. Das bedeutet das alle 10 Minuten (und weniger)  ein größerer Magmaauswurf stattfand. Die genaue Anzahl können Sie aus den seismischen Aufzeichnungen von STROMBOLI-ON-LINE entnehmen. Hier sind alle größeren seismischen Aktivitäten des Vulkans durch elektronische Messgeräte aufgezeichnet. 

              

Krater eins

Die Hauptaktivität ging von Krater 2 aus, der einen 10-15 minütigen Rhythmus hatte. Der Rhythmus von Krater 1 und 3 kam zeitlich ungefähr mit jeder dritten Eruption von Krater 2 gleich. Die Eruptionsdauer von Krater 3 betrug bis zu 20 Sekunden die von Krater 1 doppelt so lange.

         

Während Krater 2 explosionsartig reichlich Magma bis zu einer Höhe von 300m auswarf, war die herausgeschleuderte Lava bei Krater 1 sehr spärlich, und man konnte sogar fast die  "Kugeln" zählen. Schlot 3 hielt sich dazwischen. Krater 4 und 5 hatten Pause. Heiko, André und ich beobachteten am 5.6.00 während des Aufstiegs zum Gipfel einen 10m x10m und einen Meter dicken Magmaauswurf von Krater 2. Dieser ca. 20 Meter hoch herauskatapultierte Lavateppich legte sich dann wie ein Mantel um einen Teil des Kraterrandes.  Der Lärm von Krater 1 und 3 erinnerte an eine sehr mächtige Düse, während bei Krater 2 laute Explosionsgeräusche entstanden.

Unsere Standorte von oben gesehen

 

Starke Eruption, Krater 2 ( Auswurfhöhe ca. 300m, Dauer 23s, Standpunkt links unterhalb des Pizzos )

Weitere eindrucksvolle Eruptionsphotosvon Heiko Hofmann

e-mail: heiko@geo.tu-darmstadt.de

Mehr wissenschaftliche Infos bekommt ihr bestimmt von Heiko Hofmann (Dr. Heiko Hofmann, Technische Universität Darmstadt Institut für Angewandte Geowissenschaften Technische Petrologie). Zusammen mit André hatten wir einen brütendheißen staubigen Aufstieg, aber das beeindruckende Schauspiel war aller Mühe Lohn

Für jeden der eine Gipfelbesteigung plant!

Nehmt euch genug Wasser mit! Es gibt keinerlei Bäche oder Quellen am Vulkan! Die Temperaturen im Sommer am Nordaufstieg sind auch am Nachmittag noch unerträglich. Aufstiegszeit 1,5 -2,5 Stunden... je nachdem und ohne Gewähr!

              

              

Wer diese Insel schon mehrmals besucht hat, wird feststellen das der gute Hafengeist (Künstler) und sein Kumpel Deluca Fermo (links oben) sich  nicht großartig geändert haben, und alles immer noch ganz gemütlich angehen lassen

Wenn der Schein des Erdenfeuers das Sonnenfeuer ablöst, kann man an den westlichen Klippen der Insel ein schöpferisches Bad der Sinne erleben. Philosophieren und  frohlocken erlaubt.., auch laut!

    

Die Sicht auf den Vulkan während des Aufstiegs am 20.10.war bis zum Zeitpunkt des Wolkeneinfalls viel versprechend. Bis ca. 23:00 saßen wir dann gefrustet in unserem Zelt und konnten den Vulkan nur hören. Erinnerungen an 1995 wurden wach. Doch unsere Geduld wurde belohnt, und das Wetter gab endlich die Sicht frei. Die Bilder zeigen je eine Eruption des Kraters drei, und sollen den Tag- und Nachtunterschied zeigen. Am 22.10.01 wechselten die Aktivitäten von Krater drei zu  Krater eins und gaben in der abendlichen Stimmung ein  prächtiges Naturfeuerwerk zur Schau.

           

Mitternächtliche Vollmondstimmung und die diffus leuchtenden aktiven Krater, hier der Krater drei, verwandeln die Gipfelpartie des Strombolis zu einer gespenstischen aber großartigen Szenerie. Das Wolkenbild erinnert an ein Nordlicht. ( Blick von der Fossetta )

Mille grazie

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© photos& text by  Thorsten Boeckel, last modification 7.03.2006