Dauerfeuer am Stromboli 

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17. bis 22. Oktober 2002 

Cinema

 

Ein ständig roter Punkt in der Web Cam, vermutlich war es Krater 2 machte mich dann schließlich doch neugierig welch ungewohnte Aktivität auf dem Vulkan im Gange war. Wiederum war dieses Phänomen kurz vor unserer Reise auf dem Monitor zu beobachten. O.k. aaaab! zum Original ging es somit mit Ingo V. Kaenel auf den Vulkan Stromboli, Europas größtem und aktivstem Seevulkan . Klar die Web Cam log nicht, und am 20 Oktober konnten von uns permanente Lavafontainen über eine Auswurfflhäche von 100 Metern, die von Krater 2 aus gingen für Stunden beobachtet werden.

   
 

Lange in fraglicher Position, endlich durch die gelbschwarze Abgaswolke gedämpfte untergehende Sonne konnte ich förmlich in E-i-n-z-e-l-heiten eine Krater 1 Eruption fotografieren. Sehr fein rot erschienen die Lavafetzen die ich mit einem 250mm( 2x conv.) auf Minolta XG1 ( Baujahr 1982) auf Film bannte. Eine andere Rarität dieses Vulkans waren die plötzlich auftretenden Rauchringe. Selten wurden sie bisher gesehen und erfahren hatte ich davon auch nur in der Stromboli-online Site, hätte aber nie gedacht diese von mir so geliebten Luftunikate einmal selber  beobachten zu können. Durch zwei exakt geformte Röhren in Krater 2, separierte Strombolis Atem mit Vehemenz diese Schläuche von der dichten vulkanischen Dampfwolke. Manche Aerosolringe verließen die Kraterterrassen unterhalb des Pizzos und einige weit darüber. Das hing aber von der örtlichen Strömung in der Gipfelregion ab.

Nachdem wir Stromboli am 23 Oktober wieder verließen konnte von Panarea aus (die Fische kochten damals noch nicht!) ein ca.100m Ring im Durchmesser direkt  über dem Gipfel beobachtet werden.

Fontaine etwa 200m hoch, Krater 1

 

Faszinierend waren zu diesem Zeitpunkt auffallend schlanke Lavafontainen, die mit ihren fast unendlichen Höhen von 400m (oder mehr) den stahlblauen Abendhimmel scheinbar durchdringen wollten. Ein scharfer ungewohnt lauter Explosionsknall war die Folge, und ein kleiner Tremor war zu spüren.

In einer mehr oder weniger normale eruptiven T�tigkeit spieen Krater 1, 2 und 3 in abwechselnder Folge Lavafontainen in den Raum. Am 21.Oktober eruptierten �berraschenderweise vier Krater bzw. Krater�ffnungen gleichzeitig. Die 150m hohen Feuers�ulen standen wie Orgelpfeifen im n�chtlichen Himmel �ber der vulkanischen Terrasse. Allerdings wurde diese Art der Strombolianischen Aktivit�t nur einmal beobachtet.

Doppelfontänen am Krater I/4 and 2. In der Mitte Sciara del Fuoco 

Jeder dieser Fontänen hatte ihre eigene Faszination und einige erschienen mir voluminöser als in vergangenen Zeiten. Ich denke aber das dies nicht in Verbindung zu der lateralen Eruption des Ätnas ende des Monats stand. Das seismische Diagramm (Stromboli-online) von diesem Zeitraum zeigt zwar eine stärkere aber jedoch noch "normale" Linie. Während des Ausbruches des Ätnas kamen allerdings Pressemeldungen durch den Äther in der aufgeregte Touristen beschrieben, zahlreiche 200 - 250m hohe permanente Lavafontainen gesehen zu haben. Den Wahrheitsgehalt dieser Meldungen werden die weiteren Auswertungen zeigen.

 

               

Ingo von Känel, ich auf dem Tragflächenboot und der Hafen von St. Vincenzo

Die Kraterterrasse aus der Luft gesehen

 

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© photos& text by  Thorsten Boeckel, last modification 20.01.2004