Stromboli am 6./7. Dezember 2003

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Ein Bericht von Raimon Schulz

Nach den Äktivitäten 2002 /2003 und der enormen Explosion vom 5. April 2003 ist es nach wie vor schwierig und auch verboten auf den Gipfel des Strombolis zu gelangen. Unter anderem wurden zum Jahreswechsel 03/04 weitere unruhige Phasen des Vulkans registriert. Raimon Schulz gelang es zusammen mit vier Freunden am 8. Dezember eine Position zu beziehen wobei sie die Möglichkeit bekamen in den neuen Krater zu sehen und einige interessante Photos von den Eruptionen und der veränderten Gipfelregion zu machen. 

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Die Photos 1 und 2 zeigen die deutliche Veränderung des Gipfelgeländes. Es ist aus dieser Position zu erkennen, das dort oben ein mächtiger Krater entstanden ist. Photos von Oliver und Karlheinz Gerstenberger, Arno Fischer

Als wir gerade auf Quote 400 m waren (Hubschrauberlandeplatz und Live- Camera), wurden wir von unten lautstark gerufen. Es kamen ein Polizist (in Zivil, aber mit Ausweis), ein Bergführer und eine weitere Person. Sie erklärten uns, dass wir schon zu weit wären (erlaubt ist die Quote 290m). Nach langen Diskussionen sagten sie uns, dass wir auf der Quote 400 bleiben könnten, wenn wir weder noch weiter hoch steigen würden noch übernachten würden. Sie stiegen dann bei Beginn der Dämmerung ab. Ich vermute, dass sie nicht systematisch kontrolliert haben, sondern die Anlagen gewartet haben (Live- Camera, diverse seismische Geräte). Zu zweit wechselten wir dann noch den Standpunkt. Von dieser neuen Position aus konnte man schon recht gut in den Krater hineinschauen, da wir auf etwa gleicher Höhe waren. Leider war eher der hintere Krater aktiv und der vordere (Nordwest- oder Nordost-Krater glaube ich) qualmte so, dass er den hinteren verdeckte.  

              

Durch die Eruption vom 5. April 2003 hat die neue Kraterkante (ehemaliger Krater 1) einen sichtbar größeren Radius erhalten. Photos von Arno Fischer, Oliver und Karlheinz Gerstenberger.

In der Nacht hatte es etwas geregnet und es war am nächsten Morgen stark bewölkt. Ein Fischer erklärte, dass der beginnende Nordwind die Wolken wegtreiben würde. Der Wetterbericht hatte auch für diesen Tag Nordwind, Wetterumschlag und Kaltluft gemeldet. Am Nachmittag sind wir wieder aufgestiegen und tatsächlich drehte der Wind beim Aufstieg auf Nord. Dies war unser Glück, denn dadurch wurden die ganzen Rauchwolken nach Süden, also von uns weggeweht und der Gipfel war frei. Und dieses Mal war auch der erste Krater voll aktiv. Teilweise in Minutenabstand.

1(TB)  2(AF)

Im Vergleich der Gipfel vom Okt. 2000 (1) und Dez. 2003 (2). Der Unterschied ist deutlich.

Für diese Informationen geht ein Großer Dank an Raimon Schulz aus Rosenheim

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 © photos by Arno Fischer, O&K Gerstenberger, text by Raimon Schulz,