Aufgrund fortgeschrittener Urlaubszeit blieben uns für die Antigua Region nur noch wenige Tage Zeit. Da der Pacaya keine besondere Aktivität zeigte, beschloss ich eine alleinige Überschreitung des Acatenango Vulkans und eine Besteigung vom ebenfalls sehr aktiven Vulkan Fuego. Wir teilten uns auf und Richard zog den Pacaya vor, damit konnte die kurze Zeit am besten genutzt werden.
Die Überschreitung des Acatenango war dann doch etwas anstrengend, denn obschon der Weg keine besonderen Ansprüche stellt hängt der 22kg Rucksack mit Wasser und Verpflegung, Kameras und Stativ für mehrere Tage bei einem Alleingang schwer am Rücken. Immerhin sind die Berge 3800-3900m hoch. Der Mitte Dezember noch nicht sehr aktive Fuego bot dennoch eininteressantes Schauspiel. Selbst aus mehreren Kilometer Entfernung vom Acatenango aus war das düsentriebwerksähnliche Pfeifen enorm stark zu hören. Es bildeten sich zeitweise durch die hohe Gasaustrittsgeschwindigkeit verwirbelte Wolken.
Nachts war der auf die Südwestseite abgehende Lavastrom gut zu sehen. Ständig lösten sich Brocken, welche den kompletten Hang hinunterkollerten. Nach dem Aufgang des Vollmonds beschloss ich, den etwas riskanten Versuch
einer Fuego Besteigung mit Gipfelkraterumrundung anzugehen. Problemlos gelangte ich zum höchsten Punkt, dies wurde jedoch umgehend mitkleinen, glühenden Lapilis um mich herum beantwortet. Einzige Möglichkeit war die ostseitige Querung zum südlichen Kraterrand. Dort stoppte eine irregulär strombolianisch auswerfende Spalte meinen Weg, auch wegen einziehendem Nebel blieb nur noch die Umkehr.Erst am Morgen löste sich der Nebel auf, komplett ausgefroren und eingefeuchtet beschloss ich den direkten Abstieg nach Alotenango. Nachtrag: einige Tage später im Dezember steigerte sich die Aktivität erheblich, Chris Weber besuchte den Fuego zu dieser Zeit und berichtet überhohe Fontänen, Aschewolken und Lavaströme (siehe V.E.I Seiten). Ein Aufstieg bis zum Kraterrand wäre da wohl nicht möglich gewesen...
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