Die Gasflammen des Vulkans Slamet

  Java, vom 24.5.06 bis zum 6.6.06

von Martin Rietze

 

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Das nächste Ziel ist der 3418m hohe und als aktiv geltende Vulkan Slamet, eine Meldung von vor einigen Tagen besagte die Sichtung einer Aschewolke. Üblicherweise bricht der Slamet einmal im Jahr aus, dann aber nur für ein paar Tage.


   

Nach organisieren von einheimischen Guides erfolgte der Aufstieg durch wunderschönen Bergurwald bis zur Vegetationsgrenze bei 3200m. Gerade noch rechzeitig vor den Nachmittagsgewittern waren die Zelte aufgestellt

   


Da zumindest das Gewitter über dem Berg sich vor Sonnenuntergang auflöste gelang Chris und mir eine schnelle Gipfelbesteigung vor Sonnenuntergang. Der Slamet hat ein sehr weitläufiges Gipfelplateau, auf der NW-Seite befindet sich der aktive Krater, hier war außer Dampf nichts zu sehen. Allein wartete ich in Wind und Kälte auf die Nacht, von Blitzen der umstehenden Gewitter begleitet. In dieser eigenartig düsteren Stimmung mit fantastischen Lichtspielen an den Gewittertürmen zeigte sich dann bei Nachteinbruch tatsächlich ein Glühen, jedoch wesentlich schwächer und andersfarbig als von Lava gewohnt.

   

Der Farbunterschied fällt besonders im Vergleich mit dem Lavaleuchten vom zentralen Schlot auf. Der mühsame Abstieg brachte mich wieder zum Zeltlager. Im Zelt beschloss ich, meiner Neugier nachzugeben schon um 2 Uhr wieder aufzusteigen und dann ohne Gewitterdrohung wenn möglich in den zentralen Kraterbereich abzuklettern.
Am inneren Kraterrand angekommen, zeigte sich das Züngeln hunderter gelbroter Gasflammen in starkem Kontrast zum mittlerweile prachtvollen südlichen Sternenhimmel. Auch der restliche Abstieg erwies sich mit Gasmaske als machbar.

 

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Hinter dem Stativ kauernd und mit tränenden Augen mühsam fokussierend beschlich mich langsam die besondere Stimmung dieser Umgebung auf. Inmitten hunderter fauchender und züngelnder Gasflammen, mit heißen Sohlen, eingehüllt im Schwefelwolken und jeden Moment einen Ausbruchsknall erwartend drängte sich förmlich die Vorstellung der biblischen Hölle auf, nur Satan hätte noch um die Ecke biegen müssen...

 

 


Nach der Dämmerung und dem Sonnenaufgang wieder am Gipfel mit Blick auf die umliegenden Vulkane (Fig. 21a-d) folgte der lange Abstieg.
 

       

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©  2006 photos and text Martin Rietze, web Th. Boeckel, last modification 12.6.2006