Pavlof- Volcano,

USA, Alaska Peninsula

by Richard Roscoe

in english


Als ich im August vom Ausbruch des Vulkans Pavlof (2519m) erfuhr, entschloss ich mich zusammen mit Marco Fulle (Stromboli online) in dieses Gebiet zu fahren.  Zwischen dem Buchungszeitpunkt und dem Abflug ging die Seismic allerdings stark zurueck, so dass offensichtlich ein Ende oder (wir hofften!!) Pause der eruptiven Aktivitaet eingetreten war.  Trotzdem erreichten wir am 21. September die alaskische Halbinsel.

Als wir mit Penair von Anchorage aus in das Gebiet  flogen, konnten wir bevor sich eine dicke Wolkendecke unter uns breit machte den Redoubt (3108m) ( Abb.1) wie auch Iliamna (3053m) (Abb.2) sehen. Weiter ging der Flug Richtung Westen. Im Anflug auf Cold Bay konnten wir lediglich die 3 Gipflel vom Pavlof Komplex (Abb.3) sehen, welche durch die Wolken ragten. Cold Bay, das seinen Namen wahrlich verdient, liegt 60km ONO vom Vulkan Pavlof.  Gut das wir nicht gezeltet haben. 

1  2  3

Die Cold Bay Lodge ist zum warten ein gemuetlicher Ort und wir konnten durch die ebenfalls dort verweilenden Vulkanologen Aenderungen in der Aktivitaet verfolgen (jedenfalls theoretisch :-(..). Pavlof hat aber nicht den Service geboten den wir erhofften (Abb.4).

4

Wir entschieden uns aus der Luft  die Vulkane Pavlof  und Shishaldin  anzusehen.  Selbstverständlich konnten wir als die Wetterbedingungen am besten waren aber keinen Flug bekommen  (Abb.5a), sodass wir am Nachmittag des 22. Sept. bei hoechstens mittelmaessigem Wetter Richtung Pavlof aufbrachen.  Nur der Sockel vom Pavlof war sichtbar (Abb.5b) und heftige Turbulenzen im Windschatten des Berges verhinderten einen Ueberflug der kuestenzugewandten Hänge.

5a  5b

Aus diesem Grund drehten wir in Richtung des Shishaldin Vulkans ab, welcher sich SW von Cold Bay befindet.  Trotz einer dichten Wolkendecke konnten wir im Anflug den Gipfel des fast perfekt konischen Shishaldin Vulkans erkennen.  Shishaldin (2857m) (Abb.6abc), sowie auch der nahegelegene Isanotski (2446m) (Abb.7, 8) und Roundtop (1871m) (Abb.8) waren relativ wolkenfrei.  Die Gegend war wunderschoen und so flogen wir nach einigen Umrundungen des Shishaldingipfels zufrieden nach Cold Bay zurueck.

a  b   c

 7   8

Nachdem wir am fruehen Morgen des naechsten Tages einen Blick auf den Pavlof werfen konnten, wiederum aber kein Flugzeug verfuegbar war, entschlossen wir uns nach Anchorage zurueck zukehren, um uns ein paar andere Vulkane oder  interessante Orte anzuschauen.  Eine Tuete 'volcano chips' (Abb.9) auf dem Rueckflug war bis dahin das einzig Heisse das wir  erlebt hatten.

9

Nach einem kurzem Besuch einiger dahinschmelzender Gletscher fuhren wir nach Homer um von dort aus Augustine Vulkan anzufliegen. Wir gingen an einer ueberladenen mit dem Vorderrad in der Luft stehenden Maschine und dem dazugehoerigem ratlosen Piloten vorbei zu unserer Cessna.  Dies mag zwar wenig vertrauenserweckend klingen, aber wenn einer gut Fliegen kann dann ist das ein alaskischer Pilot.  Die koennen fast ueberall landen, auch bei schlechten Bedingungen.

Erst flogen wir suedlich an Iliamna (Abb.10) vorbei.  Danach fanden wir Augustine (1252m) mit einer kleinen Wolkenkappe vor, sodass wir erstmal zu den weiter westlich gelegenen Fourpeaked (2104m) / Douglas (2140m) weiterflogen. Die fumarolische Aktivitaet hält sich momentan ein Loch in der Eisdecke des Fourpeaked (Abb.11ab) frei, und zeigt auch den Ort der letzten Eruption an. Douglas hatte einen kleinen zugefrorenen Kratersee und zeigte keinerlei Aktivitaet (Abb.12ab).  Bei unserer Rueckkehr zum Augustine (Abb.13ab), war dieser fast wolkenfrei und der dampfende Dom war gut zu erkennen. Die dortige erhoehte Seismic deutet evtl. auf einen bald bevorstehenden Ausbruch hin.

10 

  11

  12

  13

Obwohl wir uns vorgenommen hatten an einem anderen Tag Spurr Vulkan zu ueberfliegen, war die Wettervorhersage mal wieder nicht zuverlaessig.  Das Alternativprogram war die Kennicott Kupfermine (Abb.14a) und die Independence Goldmine (Abb.14b), die wir in 50cm tiefem Schnee vorfanden.  Beide waren effektiv geschlossen da in Alaska die Touristensaison Mitte September abrupt zu Ende geht.

    14ab 

Wer nach Alaska moechte muss sich auf schwieriges Wetter und unzuverlaessige Vorhersagen gefasst machen.  Obwohl Juli und August als die besten Monate gelten, muss man auf der Halbinsel haeufig mit Seenebel rechnen.  Dazu kommt, dass Hotels, Flugzeuge und Boote in dieser Zeit oft schon Monate vorher gebucht werden muessen. 

        Alaska Impressionen

     

       

Weitere Infos und Photos der Vulkane Shishaldin, Augustine, Douglas und Fourpeaked in der Website. Photovolcanica.com


 

Ätna     Stromboli      Vulkanwelt     Counter Cinema

Vom Ätna zum Stromboli      Planets & Space

 ©  2007 Photos und Text by Richard Roscoe, Last modification 9.10.2007