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Ecuador, Volcan Sangay, Teil 2 M. Rietze, Th. Boeckel , (4. -12. Januar 2006) |
Die Nacht setzt ein, und wir warten weiterhin auf ein Rauchzeichen aus der Gipfelgegend. Leider war immer noch nichts zu erkennen. Nachdem Digitalkameras ja schon fast wie Restlichtverstärker arbeiten, versuchten wir durch lange Belichtungszeiten bei 1600 ASA wenigstens den roten Schein herauszuquetschen.
Das Ergebnis war 100% mager und wir konnten uns damit abfinden das der Vulkan wie schon angekündigt in eine große Ruhepause eingetreten war. Einheimische erzählten uns das die letzte Äktivität bereits 2 Monate zurücklag. Wenn schon nix Rotes dann mußte eben die große Magellansche Wolke herhalten. Deutlich mit bloßem Auge war sie tief im Süden zu sehen, und erstaunlicher Weise gelangen einige passable 500mm Fotos ohne Nachführung.
Tag 4/5: Wir erklimmen den Sangay und nach einer Schneesturmnacht auf dem westlichen Gipfelteil konnten wir gegen 6:00 Uhr morgens den freien Blick über Ecuador geniesen. Richtung Nordwesten spitze der Chimborazo durch die dicke Wolkendecke hervor.
Erstaunlich, was von unten wie eine eng begrenzte Bergspitze ausgesehen hatte entpuppte sich als weites Kraterareal mit Fumarolentätigkeit. Wir stiegen die restlichen 30 Höhenmeter zum aktiven Ostkrater auf und sahen uns besorgt den schneebedeckten Kraterboden an. Somit war uns endgültig klar,- Nix mehr los hier, der Vulkan schläft!
Anzumerken ist noch das wir während des Aufstiegs die unangenehme Bekanntschaft mit dem absolut gefährlichen Steinschlag machten. Aus der Gipfelregion lockerten sich immer wieder Felsen bis zu einer Größe von 50 cm, und erhielten auf den steilen Flanken eine dermaßen Geschwindigkeit, das ein Aufstieg bei Nebel der reinste Selbstmord währe. Es ist lebenswichtig während der gesamten Aufstiegszeit die Flanke nach oben zu beobachten, da diese fiesen Geschoße zum Teil über die gefrorenen Aschefelder lautlos abgehen. Das gleiche gilt auch für den Abstieg, wobei in den frühen Morgenstunden die Felswände noch gefroren sind und somit der Steinschlag merklich abnimmt.
Tag 6/7/8: Die Natur ist überwältigend und je weiter man sich wieder vom Sangay entfernt erhält die Hochlandflora mit den unzähligen Paramograsbüschel wieder ihren typischen Charakter. Die Zivilisation meldete sich auch wieder zurück und die ersten einheimische Bauern begrüßen uns mit viel Freude.
Wieder angekommen in der Comunidad Eduardo, bat mich die Lehrerin den Kleinen erstmal zu erzählen wie das so ist wenn man einen Vulkan wie den Sangay besteigt. Mit großen Augen lauschten sie meinem spanischen Herumgestöpstel und ich wette die haben nicht ein Wort verstanden. Tja, erinnert mich irgendwie an meine Schulzeit.....
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