Vanuatu

Vulkan Yasur

   Juni 2010 

by R.Roscoe

in english

Cinema

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Photo Report

Nachdem ich in den Medien Berichte über die Aktivität des Mt. Garet auf der Gaua Insel (zu Vanuatu) gesehen hatte, machte ich mich auf den langen Weg dorthin, um mir einen etwas weniger häufig besuchten Vulkan anzusehen.

Nach der eh schon ewig andauernden Reise von Europa nach Vanuatu, flog ich bereits am nächsten Tag von der Hauptstadt Port Vila aus in Richtung Gaua. Diese gehört zu den wenig entwickelten nördlicheren Inseln von Vanuatu und wurde erst nach mehreren Stopps auf kurzen Graspisten anderer Inseln erreicht. Schon beim Anflug, der Himmel war schön blau, war eine Aschewolke klar erkennbar. Da dachte ich mir, dass endlich mal alles glatt laufen würde.

 Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe   Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe

Dies war aber leider nicht der Fall. Seit der teilweisen Evakuierung der Inselbevölkerung ist eine Polizeieinheit dort stationiert dessen Mitglieder (zurecht) keinen guten Ruf genießen. Die kommandierenden Offiziere waren tatsächlich die unfreundlichsten und primitivsten Leute die ich auf ganz Vanuatu angetroffen habe. Obwohl ich von den Vulkanologen grünes Licht hatte wenigstens zum Kalderarand hochzusteigen, wollten mir dies die Polizisten nicht glauben. Trotz Absprache kamen Sie dann auch nicht an eins der 3 Inseltelefone um sich dies bestätigen zu lassen. Sie waren halt lieber mit fressen und Kava-saufen beschäftigt oder sind sinnlos mit dem Auto auf der einzigen Inselstrasse auf und ab gefahren. Auf nochmaliger Nachfrage sagte der Kommandant dass er sehr beschäftigt sei. Da ich von Gewalt gegen Einheimische, und auch von einer früheren unangenehmen Begegnung einer Fotografengruppe mit dieser Einheit gehört hatte, entschied ich mich nicht hochzulaufen. Als Alleinreisender ohne vernünftige Kommunikationsmöglichkeiten ist man doch recht exponiert wenn man zudem eine psychopathische Polizeieinheit vor sich hat.

Der Frust war natürlich groß. Gottseidank gab es aber den 'Fliegenden Arzt' Mark Turnbull auf der Insel. Obwohl er generell keine Besichtigungsflüge macht wollte er gerne Luftaufnahmen von den neuen Schulgebäuden haben. Somit konnte ich mich mit ihm arrangieren um den Vulkan kurz in den Flug einzubeziehen. Durch diesen Flug konnte ich wenigstens einmal oben in die Kaldera blicken. Leider war der Vulkan aber nur am entgasen und keine Asche war während des Fluges sichtbar.

Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe   Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe

Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe   Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe

In der nächsten Nacht konnte ich mein erstes Erdbeben erleben (7.2 am Epizentrum, wohl 4-5 auf Gaua). Es war faszinierend wie das Bett hin und her geschüttelt wurde. Ich hoffte auch, dass der Vulkan ein bisschen wachgerüttelt wurde. Dies war aber nicht der Fall. Den Rest des Tages verbrachte ich damit beim Bau des neuen Hangars mitzuhelfen, bevor ich am nächsten Tag Gaua wieder verlies.

Als nächste Station war Yasur Vulkan eingeplant. Dies ist eine Hauptattraktion von Vanuatu, die durch ihre andauernde Strombolianische Aktivität bekannt geworden ist. Yasur befindet sich auf der südlich gelegenen Insel Tanna, die leicht und zuverlässig von P. Vila aus dank seines für Vanuatu recht großen Flughafens aus erreichbar ist. Nach dem Flug und einer ungefähr 2-stündigen Fahrt auf unbefestigten Straßen, erreichte ich die Jungle Oasis Lodge am Fuße des Yasur Vulkans. Hier sollte ich eine ganze Woche verbringen. Da das bescheidene Wetter die Dokumentation von Yasur sehr erschwerte und verlangsamte, ließ ich den Plan schnell fallen danach die Insel Ambryn zu besuchen. Zudem war der Krater meist in Gas und Asche gehüllt. Ein zusätzliches Erschwernis waren die Ratten welche die Lodge mit mir teilten und gleich in der ersten Nacht meine Zahnpasta, Seife und drei Flaschen Wasser zerstörten. Dank Jerry der für die Gäste kochte, war wenigstens das Essen super und auch üppig.

Der Yasur war kurz vor meiner Ankunft auf Stufe 3 hochgesetzt worden und war auch offensichtlich überdurchschnittlich aktiv. Medienberichte über die Aschewolken wurden während den ersten Tagen meines Besuchs veröffentlicht. Theoretisch war der ganze Kraterbereich für Besucher gesperrt. Trotzdem begaben sich abends viele Besucher mit ihren Guides zu dem Aussichtpunkt am Rande des südlichen der beiden miteinander verbundenen Krater.

Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe   Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe

Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe&   Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe

Glücklicherweise gab es keine Verletzte, obwohl an einem Abend nachdem die Besucher wieder abgezogen waren viele große Vulkanische Bomben auf diesen Besucherbereich fielen. Am Tage waren die Bomben meist sichtbar, nach Einbruch der Dunkelheit jedoch nur die Glühenden. Ein großer Teil der Bomben war komplett unsichtbar und somit konnte ich mich während der Nacht nicht am Kraterrand aufhalten. Tagsüber musste man dauernd auf der Hut sein, da mein Helm nur gegen die leichten Bomben Widerstand geleistet hätte. Gegen die meist viele Kilo schweren Bomben hätte der Helm keinerlei Schutz mehr geboten. Besucher halten sich deswegen meist nur am südlicherem Krater auf. In diesem fanden sich drei Schlote die hauptsächlich teils recht heftig strombolianisch aktiv waren. Allerdings waren in den letzten Tagen meines Besuches auch öfter Ascheeruptionen von diesen Schloten zu beobachten.

Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe   Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe

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Der gefährlichere Nordkrater hatte einen Hauptschlot der zwischen den Eruptionen aber interessanterweise nicht als solcher zu erkennen war. Dieser Schlot war schlicht eine flache Stelle am Boden des trichterförmigen Kraters. Bevor dunkle Aschewolken welche mit vielen Vulkanbomben durchsetzt waren emporstiegen, wölbte sich mit beginnender Eruption der gesamte Kraterboden hoch und formte eine Art Ascheblase. Zudem lud sich die dichte Asche schnell statisch auf, sodass Blitzentladungen häufig hörbar und auch oft sichtbar waren. Dieses Spektakel sollte man aber nicht zu häufig genießen, da die Bomben teilweise ziemlich intensiv niederprasselten. Hauptsächlich malträtierten die Auswürfe den Ostrand des Kraters den ich folglich meist großräumig umging.

Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe   Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe

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Vanuatu, Yasur, Gaua, 2010 by Richard Roscoe

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Nach einer Woche Yasur was ein unglaubliches Erlebnis, aber dennoch fotografisch enttäuschend war, machte ich mich auf den langen Weg nach Hause


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© 2010,  Photos und Report R.Roscoe, last modification 26.7.2010