Japan: Kyushu und Tokara Inseln

Vulkane: Sakurajima, Vulkan Mt.Otaka auf Suwanosejima

 Japan, Sakura Jima, Flash Eruption Japan, Sakura Jima, Strong Eruption 25.Dezember 2009 bis 9.Januar 2010  Japan, Suwanose Jima, Vulkan Mt.Otaka, Ash Lapilli Eruption Japan, Suwanose Jima, Vulkan Mt.Otaka, Ash Lapilli Eruption

 R.Roscoe, M.Rietze, Th.Boeckel

in english

Vulkan Sakurajima, Kyushu-Kagoshima

Japan 2010, Sakurajima   

Karte von der Kyushu Insel, Süd Japan

 Symbole von der Kagoshima und Sakurajima Region fotografiert an einer Bushaltestelle. Alle drei Symbole sind auch im Bericht zu entdecken.


Cinema, Asche & Druckwellen  

Video Sakura Jima, Suwanose Jima


Zu Beginn dieser Tour, geisterte zumindest bei mir die Vorstellung herum, dass wir es hier mit zwei mäßig aktiven Vulkanen zu tun bekommen, welche wenn wir Glück hatten gerade einmal etwas Asche in die Luft blasen. Wenn überhaupt, sah man nur bei näherem Hinkommen etwas Glut oder wahrscheinlich gar keine. Grund war, es gab bis dato keinerlei Infos und  wenig Bildmaterial. Na ja, immerhin war es der erste Besuch in Japan, und wenn die Vulkane nicht aktiv wären, hatte man eben mehr Zeit dieses interessante Land kennen zu lernen. So hatte ich mir das vorgestellt...,- aber es sollte anders kommen.

Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptions     Japan 2010, Sakurajima

Kagoshima Skyline vor dem nahe gelegenen Vulkan Sakurajima

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Eine der vielen Freizeitbeschäftigungen. Das Pachinko Spiel.

Gleich zu Anfang bekamen wir es mit den schon erwarteten Schwierigkeiten der simpelsten Verständigung zu tun, da mit Ausnahme einer Angestellten in der 'Bank of  Kagoshima' grundsätzlich kein Englisch gesprochen wurde. Wurden wir erbarmungslos mit Schriftzeichen konfrontiert, so hatten wir jedoch einen Trumpf im Ärmel, die Zeichensprache :-(. Somit wurde unser armseliges Gehampel im Zusammenhang mit infantilen Lauten bis zum Ende dieser Reise so dermaßen perfektioniert, das wir zumindest an 70% kamen was wir wollten. Nachdem wir doch es geschafft hatten einen Mietwagen auszuleihen stellte ich fest, dass sich das Autofahren im Linksverkehr als eher relaxt herausstellte . Kein Wunder bei einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Bundesstraßen von sagenhaften 50km/h. 

Japan 2010, Sakurajima    

Die Hoffnung einen momentan aktiven Vulkan zu sehen wurde während der Umrundung der 'Kagoshima Bucht' von einem einzigen Menschen zugrunde gerichtet. Nahe der Halbinsel Sakura-Jima kehrten wir zum Essen ein, und fragten den Wirt über die kürzlichen Aktivitäten aus. Wir standen vor Postkarten welche Kilometer hohe Aschesäulen vom Sommer zeigten. Auch die Blitzeruptionen aus vergangenen Tagen waren äußerst imposant, und lullten uns so allmählich ein... Peng!!- so machte uns der Wirt gleich mal deutlich klar, dass wir uns hier und jetzt mit Nicht-Roten-Eruptionen abzufinden haben. Haaab ich's mir eh schon gedacht, das der Vulkan ein 'Ascher' ist. -Frust!

Japan 2010, Sakurajima    Japan 2010, Sakurajima    Japan 2010, Sakurajima

Historische Ausbrüche

       

Luftbildaufnahme und Erklärungen zu unseren Beobachtungspunkten. Photos mit freundlicher Genehmigung des SABO CENTER. Rechts: GPS auf japanisch???

Volcano,Sakurajima, Richard Roscoerr   Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptionstb   Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptionstb   

Rasch aufsteigende Aschesäule (geschätzte Höhe 2-3 km) welche in südlicher Richtung über das Land zog

Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptions    Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptionstb

  Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze mr   Volcano,Sakurajima, Richard Roscoerr    Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze mr

Allerdings verraten es schon die Photographien, dass das zu erwartende Programm ein wenig geändert wurde. Als erstes nahmen wir die uns bekannte westliche Position am sog. Parkplatz ein. Es handelt sich hier um einen offiziellen Aussichtspunkt für Touristen. Von hier aus bekamen wir erstmals heftige Ascheausstöße zu sehen, welche allerdings nicht auf einen Glutauswurf hinwiesen. Bei der abendlichen Suche nach einer weiteren guten Position auf der Ostseite der 'Halbinsel' (Karten kommen noch) fiel uns jedoch ein schwaches Leuchten im leicht tiefer gelegenen Ostkrater auf. Glutauswürfe bis zu 300 Meter Höhe bestätigten die Aktivität,- Freude! Von wegen Nicht-Rote Eruptionen, der gute Wirt sollte öfters mal aus dem Fenster sehen.


    Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptionstb

Tageseruption mit dichtem Ascheausstoß (Position Ost)

Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptions       Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptions    tb

Positiver eingestimmt, zeigten sich am Vulkan weiter Besonderheiten wie Druckwellen und Blitzentladungen, und es konnten in den weiteren Tagen unerwartete Beobachtungen gemacht werden. Am Sylvestertag während der Dämmerung konnte bereits der erste Überschlags-Blitz fotografiert werden. Bei einer Belichtungszeit von drei Sekunden war dies nicht ganz einfach. Weitere Eruptionen  zeigten tagsüber Druckwellen, welche Kugelförmig über den ganzen Berg rasten, begleitet mit einem urlauten scharfen Knall. Selbst in einer Entfernung von 2500m wurde  manchmal die Zeltwand von der Druckwelle ordentlich durchgeschüttelt.

Da wir gerade bei Sylvester sind, hier die ominöse Geschichte eines China-Böllers der XXL-Klasse 5. Bereits tagsüber fiel uns auf, dass der Vulkan den Rhythmus gewechselt hatte. Waren beim ersten Besuch stetig Eruptionen von 400-600m Höhe zu beobachten, so war der Vulkan unauffällig ruhig geworden. Nachdem wir zu Sylvester noch die Hoffnung hatten, mit einem Super-Knaller ins Jahr 2010 zu gelangen, so schwand diese so allmählich. Den ganzen Abend keine Reaktion im Krater, nicht mal ein winziges Rot und das vor dem Jahreswechsel. Die 3200er ASA Belichtungen von Martin bestätigten uns diesen Zustand noch dazu. Hatte der Sakura-Jima die Aktivität eingestellt? - Nun gut, dann gibt’s halt kein Feuerwerk.

           

Prosit Neujahr!! Die Sushi-Platte (Lieblingsspeise von Richard, er würde deswegen auch sofort den Wohnsitz wechseln) aus dem Supermarkt war ausgezeichnet. Der Sekt papp süß. Mit glibbrigen Händen saßen wir in unserem Toyota Kleinwagen, Sushi klebte an den Sitzen und wir glotzten durch die Windschutzscheibe den schläfrigen Vulkan an. Nix los. Wir stiegen aus, und postierten uns wie gewohnt an die Kameras. Nun war der Vulkan ohne Asche und Wasserdampfwolken,- kein Mucks und irgendwie verdächtig ruhig.

Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptions     Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptions     Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptionstb

Links: Neujahrs Eruption um 00:05:23 am 01.01.2010, zwei Minuten später der nächste Knaller.

Das halbe Massiv des Sakura-Jima wurde auf unserer Seite durch die Auswurfbomben mit Vehemenz malträtiert.

00:05:23, vollkommen unerwartet stieg eine gewaltige Fontäne auf eine Höhe von 700m empor, zwei Minuten später die nächste große Fontäne. Das Vulkanmassif wurde auf der Ostseite reichlich mit glühenden Auswurfbomben übersät. Nur der nördlich gelegene erloschene Hauptkrater wurde verschont. Beinahe wäre mir aufgrund der vulkanischen Überrumpelung der Auslöser aus der Hand gefallen. Wir staunten Bauklötze, wie pünktlich doch so ein Vulkan sein kann. So kann das neue Jahrzehnt beginnen.

Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptionstb    Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze mr

Fontänenhöhe über 1000 Meter !!

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Eruptive Eindrücke von unserer Ost-Position

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Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptionstb   Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze       Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze mr

Munter ging es in der nächsten Nacht mit heftigen Detonationen weiter, allerdings hatte sich der Rhythmus tatsächlich geändert. Im Mittel bis zu vier Stunden waren nun die Eruptionen zu sehen. Im Weiteren Verlauf waren Pausen von 6-7 Stunden keine Seltenheit mehr. Die längste Pause Betrug tatsächlich 17 Stunden. Die Ära des monotonen Ansitzens am Vulkan begann. Allerdings konnte der Vulkan in diesen Ruhephasen genug Druck aufbauen, demzufolge steigerten sich die Eruptionen in ihrer Stärke. Dies zeigten zwei Eruptionen am 2.Januar. Die Erste und höchste ist oben im Photo dargestellt, und misste tatsächlich über 1000 Meter. Selbst bei der Verwendung eines leichten Teleobjektivs von 100mm mit einem bis dato reichlichen gewählten Bildausschnitt schossen die Lavabomben dennoch über den Bildrand. Sehr beeindruckend war, mit welcher Dynamik es diese überdimensionalen Kerzen in den Himmel trieb. Starker Ascheregen prasselte jedes Mal nach einer Eruptionen auf uns ein, und wir nahmen zunehmend die Gestalt von staubigen Aschemännchen bzw. der Umgebung an. Diese Heftigkeit der Eruption konnte ich bisher nur am Etna in den Jahren 2000-2002 beobachten. 

Japan 2010, Sakurajima        Japan 2010, Sakurajima


Auch der nächste Tag brachte weitere Neuigkeiten. Nun passte endlich auch mal das Wetter. Kein grauer Siff im Hintergrund,- klare Luft,- kein Regen oder gar verreiste Objektive. Nach einer sechsstündigen Pause zeigte sich diese Eruption von Ihrer schönsten Seite. Die Detonation im Krater zeigte aufgrund der Trockenheit nicht wie gewohnt die abgehende Druckwelle im Kondensat, dennoch war sie vorhanden und preschte mit voller Wucht an die linke Kraterkante, sodass sich Kleinmaterial deutlich abhob. (Video kommt). Im weiteren Verlauf zeigten sich Aschesperre von beachtlicher Größe.

Japan: Sakura-Jima, Eruptions     Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptions     Japan: Sakura-Jima, Eruptions

        Japan 2010, Sakurajima    

Die mächtige Aschewolke senkte sich tief und zog mit ausfallender Asche in zahlreichen dichten vertikalen Bändern nördlich an uns vorbei. Dies hatte zur Folge, dass wir einmal von dem gewohnten Aschegeprassel verschont wurden. Die Tage davor trieben uns die Ascheregen regelmäßig ins Zelt oder ins Auto. Hierbei entstanden auch zeichnerische Kunstwerke an diversen Autoteilen. Windschutzscheibe etc.

Asche Impressionen

            

Oft zog die Aschewolke direkt über uns: Ausfallende Lapilli bis zu 5mm. Die feine Asche klebte bevorzugt an unseren Kameraausrüstungen, kroch in die Schlafsäcke, Kleidung und bis in die kleinsten Ritzen. Dennoch gab Sie uns künstlerische Impulse. Das Spiegelschreiben wird aber nach wie vor geduldig geübt.

 

Hinweis: Unsere Malereien sind frei erfunden. Jegliche Änlichkeiten mit lebenden Peronen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

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Links: Einem Sandsturm ähnlich glich das Szenario. Die Asche wurde aufgrund von starken Winden buchstäblich über das Land getrieben. Bis zu einer Entfernung von zehn Kilometern zogen die Schwaden über die Landschaft.

Japan: Volcano Sakura-Jima, Eruptions

Weitere Eruptionen von der Südseite aus gesehen.

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Eine mächtige Eruption am 5.1.2010 verwandelte das Vulkanmassif in einen Gluthaufen

Sakurajima- Starkstrom!

Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze         Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze

Astronomy picture of the day (M.Rietze)

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 Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze         Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze        Japan 2010, Sakurajima Martin Rietze mr

Gegen Ende stellte sich ein neuer Zustand der Eruptionsphasen ein. Waren die Abstände nun wieder kürzer geworden, kamen fast regelmäßig Blitzüberschläge dazu. Selbst bei kleineren Eruptionen war dieses Phänomen zu beobachten. Schlugen die Blitze in der Nacht zum 9.1.2010 hinter der Aschewolke in Richtung Vulkan ein so waren diese meist nicht zu sehen. Das helle Aufleuchten ließ allerdings auf die zahlreichen Entladungen schließen. Am letzten Abend, gelangte uns dennoch diese Photographie. Wegen der Rückgabe des Leihwagens am Kagoshima Airport, hatten wir die Abbauzeit der Kameras auf 18:55 festgelegt. Wir hofften nun auf eine Abschiedsvorstellung. Nachdem am Nachmittag eine starke Eruption zu beobachten war, schwand wieder einmal die Hoffnung eine Weitere zu Gesicht zu bekommen. Nach einer fünfstündigen Wartezeit war uns klar, das wird wohl nichts mehr. Durchaus ominös startete tatsächlich um 18:45 eine weitere heftige Eruption. Diese zählten wir sogar zu einer der Schönsten. Ein halbes Dutzend Blitze deutlich vor und in der Aschewolke wurden uns kredenzt. So, und was machte ich gerade in diesem Moment?!? Nachdem ich mir nicht mehr sicher war ob der eingestellte Horizont passte, sah ich die erste halbe Sekunde der Eruption durch den Sucher auf und ab wackeln. Panisch zurrte ich nach Gefühl mein Stativ fest und löste aus. Mit riesigem Glück gelang somit diese Aufnahme und konnte komplett und ohne Detailverlust abgelichtet werden.

Umgebung Sakurajima

  Japan 2010, Sakurajima  Japan 2010, Sakurajima  Japan 2010, Sakurajima  

Der Sakurajima ist ebenfalls als Studienvulkan für Lahars bekannt. (Immense Schlamm-/Lava-/Wasserlawinen). Zur Linken das SABO Informations Zentrum für 'Lahar-Technologie'. Sehr interessant zu besuchen. Hier bekommen Sie einen Eindruck mit welchen Schwierigkeiten diese Insel zu kämpfen hat, und mit welchen mächtigen Laharbauwerken versucht wird, dieser Naturgewalt Herr zu werden. Mittleres und rechtes Photo: Laharbauwerke auf der westlichen Seite des Vulkans.

Japan 2010, Sakurajima        Japan 2010, Sakurajima 

Massiv geschützte Telefonbox nahe des Sakurajima Vulkans. Säuberung der Straßen und eine Ascheannahmestelle.

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Phantasiereich geformte Gartengewächse. Unbekannter Pflanzenschutz.

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Und hier der berühmte japanische Riesenradi auf Sakurajima. Einige Exemplare bringen es auf 26 Kilo.

Sayonara Sakura-Jima

Japan 2010, Sakurajima

Vulkan Mt.Otaka: Suwanosejima, Tokara Inseln

Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Island        Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Island

Ankunft auf Suwanosejima mit der Toshima Fähre

Der Vulkan Mt. Otaka erhebt sich mit einer Gipfelhöhe von 799 Meter über die Insel Suwanosejima etwa 250 Kilometer südlich von Kagoshima entfernt. Die Insel gehört zu dem Tokara-Inselkomplex in den nördlichen Ryukyu-Inseln. Nun fragen Sie sich, wo könnte diese Insel wohl liegen. Die gleiche Frage  stellen sich auch die meisten Südjapaner. Diese Insel ist nicht nur abgelegen, nein die meisten Leute in Kagoshima kennen sie nicht einmal. Somit hatten wir zwar die Information das etwa 50-80 Einwohner auf der Insel wohnen, aber über Unterkunft und Versorgung standen wir blank da. Es blieb uns somit nichts anderes übrig als für die geplanten fünf  Tage den kompletten Proviant auf die Fähre zu schleifen.

Der Empfang auf der Insel war sehr herzlich, und die hilfsbereiten Einheimischen zeigten uns sofort einen kleinen Campingplatz, der wohl extra für die Sonnenfinsternis 2009 erbaut wurde.

        Volcano Mt.Otaka,Suwanosejima, Richard Roscoe

 Japan 2010, Suwanose-Jima Martin Rietze    Japan 2010, Suwanose-Jima Martin Rietze    Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Island

Die Neugier zum Einblick in die Vulkankaldera dieses so unbekannten Vulkans drängte uns noch am gleichen Nachmittag durch einen seit Jahren nicht mehr begangenen Waldpfad, welcher in der oberen Region mit aschebedeckten Farnen komplett zugewachsen war. Der Aufstieg entpuppte sich als höchst anstrengend, und ich zweifelte ob wir jemals dort oben ankommen würden. Martin zog als erste die Schneise (Danke!), Richard und ich walzten den Rest um. Wer nach der Durchschreitung des Waldpfads die graueste Patina besaß kann sich ja wohl jeder denken. Endlich angekommen, der Einblick in die nach Osten abgehende Vulkankaldera. Akustisch wurde die erste Begutachtung mit einem lauten Jetgeräusch begleitet.

Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Island      Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Islandtb

Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Islandtb Japan 2010, Suwanose-Jima Martin Rietzemr tb

Auch hier konnten anfänglich durch das Tageslicht bedingt, Druckwellen beobachtet und gefilmt werde. Schwacher Lapilliausstoß war in dem flach ausladenden Krater aus der zentralen Schlotzone zu erkennen.  Jedoch wechselte nach etwa einer Stunde der Aktivitätsmodus. Der andauernde Jetton wurde zunehmen leiser, und der Vulkan begann mit tiefem Grollen eine Unmenge an Asche durch den Schlot zu transportieren.  Die Aschesäule stieg in etwa 250 Meter Entfernung an uns empor, und türmte sich geschätzte zwei Kilometer vertikal über uns auf. Zugegeben es wurde allen höchst mulmig, und so räumte ich bereits meine Kameraausrüstung fluchtbereit zusammen. In diesem Moment dachte ich mir, würde der Mt.Otaka noch eine Stufe höher aufdrehen, hätte ich einen neuen Weltrekord über 100m aufgestellt. Richard bemerkte zudem noch ein Ansteigen der Elektrostatik am Kraterrand. Ihm standen buchstäblich die Haare zu Berge. Bei der zweiter nächtlichen Eruption konnte sogar ein leichtes vibrieren des Bodens festgestellt werden.

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Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Islandtb Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Islandtb Volcano Mt.Otaka,Suwanosejima, Richard Roscoerr

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Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Islandtb Volcano Mt.Otaka,Suwanosejima, Richard Roscoerr

Die Aktivität normalisierte sich immer wieder zwischendurch, und die leuchtkräftigen Schlackeauswürfe kamen in den Abendstunden zum Vorschein.

Japan 2010, Suwanose-Jima Martin Rietzemr

Japan 2010, Suwanose-Jima Martin Rietze      Japan 2010, Suwanose-Jima Martin Rietze      Japan 2010, Suwanose-Jima Martin Rietzemr

Japan 2010, Suwanose-Jima Martin Rietze      mr

Im etwa 3 Stunden-Takt wiederholten sich die starken Ascheeruptionen während der ganzen Nacht. Zu jedem Beginn wurde reichhaltiges 'Leuchtmaterial' in der Aschewolke mit gefördert. Zwischendurch konnten auch vereinzelte Acheausstöße welche das Material über den inneren Krater beförderten, beobachtet werden.

Japan 2010, Suwanose-Jima Martin Rietze    Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Island

Volcano Mt.Otaka on Suwanose-Jima Island   

Hafen von Suwanose Jima und der Rückweg auf der Fähre

Japan 2010, Sakurajima   Japan 2010, Sakurajima

Unser letzter Vulkan: Der Fuji


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Vom Ätna zum Stromboli      Planets & Space

© 2010, Photos und Text Th. Boeckel (tb), photos Martin Rietze (mr), Richard Roscoe (rr), last modification 24.10.2010