

War im März 2011 der Vulkan Bromo
hochaktiv, so konnte dieses Mal am Kraterareal das
alljährige Kasada Fest abgewickelt werden. Hierbei handelt
es sich um eine hinduistische Prozession, welche am Anfang
am Rund der gesamten Tenggerkaldera abgehalten wird. Die
letzte Station ist die Zufahrt zum Vulkantempel Bromo.


Die
Prozession war für Mitternacht angesagt begann aber erst um
2:30Uhr. Hat man sich durch den Nebel zum Tempel gekämpft
wird man von einmaligen religiösen Brauchtümer und Relikten
Überrascht.

Nach einigen Huldigungsansprachen, welche dem
Vulkan Bromo gewidmet sind wird mit Fackeln und geflochtenen
Palmenbügeln hochfeierlich die Kraterkante der Vulkans
bestiegen.


Hier sei auch angemerkt das sich selbst erfahrene
Prozessionsprofis im dichten Nebel verlaufen können. Wenn
man mit den Einheimischen durch die vernebelten Ascherinnen
purzelt, hat das durchaus auch seine lustigen Seiten.
Selbstverständlich lief ich dem Irrläuferpulk hinterher.
Kommt man jedoch im Dämmerungslicht aus
der dichten Nebelschicht eröffnet sich neben der Imposanten
geheimnisvoll verschleierten Vulkanlandschaft der feierliche
Esprit dieser Veranstaltung. An der Kraterkante eng
zusammengedrängelt werfen die Gläubigen Opfergaben bestehend
aus Hühnern, Kohlebriketts, Gemüsebündel, Essenskörbe,
Kuhschädel (wird behauptet), Zigaretten, Geld und Ziegen, ja
auch ganze Ziegen in den Krater. Richard und Marc konnten
Letzteres beobachten.


Dem Sinn nach waren diese Opfer eigentlich gar
keine. Im Krater wartet
bereits eine Schar von etwa 50 Leuten auf die Opfergaben.
Beeindruckend, wenn dahinter die dampfende Tiefe des
Vulkanschlotes heraus sticht. Mit Netzen und anderen
Hilfsmittel wird versucht mit allen Tricks an die großen
Brocken heranzukommen. Am beliebtesten so schien mir, war
Geflügel.


Erhaben wirkt die
Tenggerkaldera zusammen mit den Vulkanen v. Links. Bromo und
Batok. Ein besonderer Eindruck entsteht wenn der Nebel in
der Schüssel steht. Hier wuselten wir also die halbe Nacht
herum. Der Semeru im Hintergrund ohne Aschewolke gehört
allerdings nicht mehr zur Tengger-Kaldera.


SEMERU
VULKAN

Als nächstes Ziel war der Südöstlich
gelegene imposante Vulkan Semeru an der Reihe. Eine Nacht
für fast nicht wahrnehmbare Aschewolken war kurz gesagt der
Reinfall. Selbst ein Aufstieg hätte sich da nicht gelohnt.
Jedoch hatte der Semeru bekannter weise eine etwas längere
Ruhepause eingelegt. Dennoch lohnt sich der Besuch um die
perfekte Gestalt des etwa 3700m hohen Vulkans zu bewundern,
immer. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich diesen Vulkan
noch aktiv erwischen werde.